
Zu Franziska Martienßen-Lohmann:
Franziska Martienßen-Lohmann kam am 06. Oktober 1887 in Bromberg zur Welt. Das ungewöhnliche Kind mit ungewöhnlicher Begabung und ungewöhnlichem Schicksal trat mit ungewöhnlicher Zielstrebigkeit einen ungewöhnlichen Lebensweg an. Sigrid Gloede und Ruth Grünhagen zeichnen in ihrem Buch »FRANZISKA MARTIENßEN-LOHMANN - Ein Leben für die Sänger« (Atlantis Musikbuch) ein eindringliches Bild dieses Menschen.Zunächst studierte Franziska Klavier bei Robert Teichmüller in Leipzig und absolvierte 1911 ihren künstlerischen Abschluss. 1912 heiratete sie den Pianisten und Klavierpädagogen Carl Adolf Martienßen. Ihrer Klavierausbildung fügte sie ein Gesangstudium bei dem berühmten Sänger Johannes Messchaert in Berlin hinzu. Sie ging dann mit ihrem Mann nach Leipzig als Sängerin, geniale Gesangspädagogin und Buchautorin. 1927 wurde ihre Ehe, der zwei Kinder entstammen, geschieden.
In diesem Jahr erging an sie auch die Berufung an die Akademie der Tonkunst München. 1929 schloss sie mit Paul Lohmann die Ehe, mit dem sie eine enge Partnerschaft in künstlerischen und pädagogischen Fragen verband. Zahlreiche Schüler aus allen Gegenden Deutschlands kamen zu ihr. 1928 rief sie die Meisterkurse in Potsdam und Salzburg ins Leben, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Luzern und in Skandinavien weitergeführt wurden, bis sie 81-jährig im Jahre 1968 diese geliebte Arbeit beenden musste. Von 1930 bis 1945 wirkte sie in Berlin an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik und fügte zwei weitere Bücher zu den vier bereits in Leipzig geschriebenen hinzu.
Bei Kriegsende führte sie die Flucht aus Schlesien, wo Paul Lohmann und sie ein Haus besaßen, nach Weimar. Vier Jahre arbeitete sie an der Hochschule für Musik "Franz Liszt", bis sie die Einladung an das Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf annahm. Dort unterrichtete sie mit dem größten Erfolg und begann sogleich mit der Vorarbeit für ihr letztes Buch »DER WISSENDE SäNGER«. Weiterhin schrieb sie Aufsätze für in- und ausländische Musikzeitschriften. Sie war nicht nur eine geniale Lehrerin, sondern auch eine große schriftstellerische und dichterische Begabung, voller Leidenschaft und mit einem unglaublichen Gedächtnis gesegnet. Ihr lebendiges Gesicht kann niemand vergessen, der das Glück hatte, mit ihr arbeiten zu dürfen. Franziska Martienßen-Lohmann starb am 02.02.1971 in Düsseldorf nach einem langen, erfüllten Leben für die Kunst und für den Gesang.
Bücher von Franziska Martienßen-Lohmann:
»DIE ECHTE GESANGSKUNST«, 1914
»DAS BEWUSSTE SINGEN« 1923; Verlag: C. F. Kahnt jetzt bei C. F Peters
»LANDSCHAFT - MENSCHEN - ICH« Gedichte 1925, mit einem Vorwort von RicardaHuch
»STIMME UND GESTALTUNG« 1927; Verlag: C. F Kahnt jetzt bei C. F Peters
»BERUFUNG UND BEWäHRUNG DES OPERNSäNGERS« 1943 (heute unter dem Titel «DER»OPERNSäNGER» im Schott Verlag)
»DER WISSENDE SäNGER« 1956, Atlantis Musikbuch
»AUSBILDUNG DER GESANGSSTIMME« 1957; Rud. Erdmann Musikverlag (1937 erschienen unter
dem Titel »AUSBILDUNG DER MENSCHLICHEN STIMME«)
»GESTERN UND IMMER« Gedichte 1966, Atlantis Verlag
Downloads:
Zeittafel FML
Vortrag BDG-Kongress 2007.pdf

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